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Academic Singles ab 50: wenn Bildung bei der Partnersuche zähltIch bin Elektromonteur und war nie an einer Universität. Academic Singles ist also nicht meine Seite. Ruths Bruder Peter aber ist pensionierter Gymnasiallehrer in Zürich, verwitwet, 64, und hat zu mir gesagt: «Markus, ich will mit einer Frau über Bücher reden können, nicht nur über das Wetter.» Für ihn war Academic Singles genau das Richtige. Was ist Academic Singles?Eine Partnervermittlung für Singles mit Hochschulabschluss oder einem vergleichbaren Bildungsweg. Sie funktioniert wie die anderen guten Seiten: ausführlicher Persönlichkeitstest, Auswertung, Partnervorschläge. Laut Anbieter gibt es Live-Video-Dates, die mit 128-Bit-Verschlüsselung geschützt sind, und eine App für das Handy. Auf der Startseite erzählen Mitglieder ihre Geschichten, die meisten zwischen 49 und 67 Jahre alt. Das passt gut zu uns. Wichtig zu wissen: Es geht nicht um Titel oder Einkommen. Es geht darum, jemanden zu finden, der ähnlich denkt und ähnlich gerne redet. Peter sagt, er habe auf anderen Seiten zu oft gemerkt, dass man nach einer Viertelstunde nichts mehr zu sagen hat. Wie gut ist die Seite ab 50?Gut. Peter hatte in den ersten vier Wochen gut dreissig Vorschläge zwischen 55 und 68, viele aus Zürich, Winterthur, Baden und Zug. Ärztinnen, eine Juristin, mehrere Lehrerinnen, eine Kunsthistorikerin, die in Winterthur Führungen im Museum macht. In den Städten ist die Auswahl gross, auf dem Land wird sie dünner. Aufgefallen ist ihm, wie sorgfältig die Profile geschrieben sind. «Ganze Absätze, keine Abkürzungen, und einmal sogar ein Zitat von Max Frisch.» Er hat darauf geantwortet und ein ziemlich langes Gespräch über Stiller angefangen. Academic Singles kostenlos testen Der Test und die VorschlägePeter hat den Fragebogen in einer guten halben Stunde ausgefüllt und die Auswertung zweimal gelesen, «weil sie gut geschrieben war». Gefragt wird nach Werten, Gewohnheiten, Erwartungen an eine Beziehung und nach dem Umgang mit Konflikten. Daraus berechnet die Seite, wer zusammen passt. Ein Vorteil gegenüber Seiten ohne Test: Man muss nicht selber suchen. Peter hätte sich, wie er sagt, sonst stundenlang durch Profile gelesen und am Ende niemandem geschrieben. Video-Date vor dem ersten KaffeeFür Peter war das Video-Date wichtig. Er ist seit dem Tod seiner Frau etwas vorsichtig geworden. Die Seite wirbt damit, dass man potenzielle Partner vor dem ersten Treffen «auf Herz und Nieren» testen kann, und die Verbindungsdaten bleiben für Dritte unsichtbar. Er hat mit der Kunsthistorikerin zweimal per Video gesprochen und sich dann mit ihr im Museum Oskar Reinhart verabredet. Sie hat die Führung gemacht, nur für ihn. Wie Peter sein Profil geschrieben hatPeter war 38 Jahre Lehrer für Deutsch und Geschichte, und er hat sein Profil geschrieben wie eine Maturaprüfung. Die erste Fassung war eine ganze Seite lang, mit einem Zitat von Gottfried Keller am Anfang. Ruth hat sie gelesen und gesagt: «Peter, das ist ein Aufsatz.» Er hat sie auf zehn Sätze gekürzt. Übrig geblieben sind seine Liebe zu Büchern, seine Wanderungen im Jura, die Tatsache, dass er seit dem Tod seiner Frau kochen gelernt hat, und ein Satz zu dem, was er sucht: «Jemanden, mit dem man auch schweigen kann, ohne dass es peinlich wird.» ![]() Gerade auf Academic Singles lohnt sich ein sorgfältiger Text, weil die anderen Mitglieder lesen. Peter hat mehrere Antworten bekommen, die sich auf einzelne Sätze bezogen haben, eine Frau hat ihm sogar ein Buch empfohlen. Mehr Tipps stehen unter Profiltext ab 50. Ein ruhigeres TempoWas Peter auch gefallen hat: Niemand drängt. Die Gespräche entwickeln sich über Tage, manchmal über Wochen, und viele schreiben lieber eine lange Nachricht am Abend als zehn kurze am Tag. Für Menschen ab 50, die nicht ständig auf das Handy schauen wollen, passt das gut. Peter schreibt am Morgen nach der Zeitung, mit Kaffee, «wie früher Briefe». Was kostet Academic Singles?Die Anmeldung, der Test und die Vorschläge sind kostenlos und unverbindlich. Zum Schreiben braucht man eine Premium-Mitgliedschaft, deren Preis von der Laufzeit abhängt und nach der Anmeldung angezeigt wird. Peter hat ein Jahresabo genommen, weil es pro Monat am günstigsten war. Das Abo verlängert sich automatisch, wenn man nicht fristgerecht kündigt. Die Frist steht in der Bestellbestätigung, man sollte sie gleich notieren. Und für Frauen mit Studium?Eine Ärztin aus Winterthur, mit der Peter geschrieben hat, hat ihm erzählt, warum sie Academic Singles gewählt hat: Auf anderen Seiten hätten sich manche Männer an ihrem Beruf gestört oder nur darüber geredet. Auf Academic Singles sei das kein Thema gewesen. «Hier fragt man nach meinem Lieblingsbuch, nicht nach meinem Lohn.» Für Frauen mit langer Ausbildung, die genau diese Erfahrung kennen, ist die Seite darum besonders angenehm. Für wen passt Academic Singles?Für Frauen und Männer ab 50 mit Studium oder höherer Ausbildung, die einen Partner auf Augenhöhe im Gespräch suchen. Wer nicht studiert hat, aber gerne liest und diskutiert, ist dort übrigens nicht falsch, das Gespräch zählt mehr als das Diplom. Wer vor allem Gleichaltrige sucht, egal mit welcher Ausbildung, ist bei der 50plus-Singlebörse oder Zusammen.ch besser aufgehoben. In den Städten ist auch be2 eine gute Wahl. Und Peter? Er und die Kunsthistorikerin gehen jeden Monat zusammen in eine Ausstellung. Ruth findet das «sehr Peter». Ich verstehe nicht ganz, was sie damit meint, aber es klingt gut. Fragen zu Academic SinglesMuss ich einen Hochschulabschluss nachweisen?Ein Nachweis wurde bei Peter nicht verlangt. Die Seite richtet sich aber klar an Akademiker und gebildete Singles. Gibt es Academic Singles als App?Ja, laut Anbieter gibt es eine App. Ist die Seite seriös?Ja. Profile werden geprüft, die Daten sind geschützt, und man bleibt anonym, bis man selber etwas preisgibt.
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