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Love-Scam erkennen: so schützen Sie sich ab 50Meine allererste Erfahrung mit Online-Dating war ein Betrugsversuch. Auf einer Gratis-App, die Sandra mir installiert hatte, schrieb mir eine «Krankenschwester aus Genf». Nach zwei Nachrichten nannte sie mich «mein Lieber», nach der dritten brauchte sie Geld für ein Zugbillett, weil ihre Karte gesperrt sei. Ich habe nicht bezahlt. Aber ich verstehe seither, wie schnell man in so etwas hineinrutschen kann, wenn man einsam ist. Was ist ein Love-Scam?Love-Scam, auch Romance-Scam oder Liebesbetrug, ist eine Masche, bei der Betrüger eine Liebesbeziehung vortäuschen, um an Geld zu kommen. Sie schreiben oft wochenlang, sehr aufmerksam und sehr gefühlvoll. Irgendwann kommt ein Notfall: ein Spitalaufenthalt, ein gesperrtes Konto, Zollgebühren, ein Flugticket für das erste Treffen. Menschen über 50, besonders Verwitwete und Geschiedene, werden gezielt ausgesucht. Wichtig: Wer darauf hereinfällt, ist nicht dumm. Die Betrüger sind Profis, oft ganze Gruppen, die mit Drehbüchern arbeiten. Darum hilft es, die Muster zu kennen. Die Warnzeichen
Ein einzelnes Zeichen heisst noch nichts. Wer viel reist, ist nicht automatisch ein Betrüger. Aber zwei oder drei zusammen, und spätestens die Bitte um Geld, sind ein klares Signal. So prüfen Sie einen Kontakt
Was seriöse Singlebörsen dagegen tunAuf den Seiten in meiner Rangliste werden Profile geprüft, auf jedem Profil gibt es eine Meldefunktion, und Nachrichten schreiben kann nur, wer seine E-Mail-Adresse bestätigt hat. Die 50plus-Singlebörse rät auf ihrer Sicherheitsseite, für das Profil ein Foto zu nehmen, das man sonst nirgends verwendet. Auf 60plusTreff werden Fotos und Profiltexte laut Anbieter von einem Team kontrolliert. Und die Video-Dates laufen über die Plattform, ohne dass jemand Ihre Nummer bekommt. Bei Zusammen.ch hat mir einmal eine Frau geschrieben, die «gerade beruflich in Dubai» war und nach der zweiten Nachricht auf WhatsApp wollte. Ich habe sie gemeldet, am nächsten Tag war das Profil weg. Das funktioniert. Darum mein Rat: Bleiben Sie zum Schreiben auf der Plattform, bis Sie sich gesehen haben. Sichere Singlebörse ab 50 ansehen Wie so ein Gespräch typischerweise verläuftEine Bekannte von Ruth, 63, hat mir erlaubt, ihr Erlebnis zu erzählen, ohne Namen. Sie wurde auf einer Gratis-Seite von einem Mann angeschrieben, der sich als Schweizer Ingenieur auf einer Baustelle in Katar vorstellte. Die ersten zwei Wochen waren wunderbar: lange Nachrichten am Morgen, Komplimente, Fragen nach ihren Enkeln, Fotos von Sonnenuntergängen. Er wollte sehr schnell auf WhatsApp wechseln, «weil das Internet auf der Baustelle schlecht ist». In der dritten Woche kam der erste kleine Notfall: Sein Lohn sei wegen eines Bankproblems blockiert, er brauche 800 Franken für Medikamente. Sie hat gezögert und ihre Tochter gefragt. Die Tochter hat mit einer Bildersuche herausgefunden, dass die Fotos einem Zahnarzt in Kanada gehörten. Das Geld ist nie geflossen. Auf einer Seite mit Profilprüfung und Video-Date wäre es wahrscheinlich gar nicht so weit gekommen. Das Muster ist fast immer gleich: zuerst viel Gefühl, dann der Wechsel weg von der Plattform, dann eine kleine Bitte, dann grössere. Wer das einmal gesehen hat, erkennt es wieder. Wenn schon Geld geflossen istDann zuerst: sich nicht schämen. Es passiert sehr vielen. Danach rasch handeln:
Informationen zu diesem Thema gibt es auf den Seiten der Polizei und der Schweizerischen Kriminalprävention. Heinz hat sich die wichtigsten Punkte ausgedruckt und an den Kühlschrank geheftet, neben den Zettel mit seinem Kündigungsdatum. ![]() Wenn Sie sich um Ihre Eltern sorgenViele Mails, die ich bekomme, sind von Kindern, die sich Sorgen um einen Vater oder eine Mutter machen. Mein Rat: nicht verbieten und nicht lächerlich machen, sondern interessiert sein. Fragen Sie, mit wem geschrieben wird, und bieten Sie an, beim ersten Video-Gespräch kurz in der Nähe zu sein. Wer sich ernst genommen fühlt, erzählt eher, wenn etwas komisch wird. Heinz' Tochter hat es so gemacht, und Heinz hat ihr jede neue Bekanntschaft gezeigt, auch die eine, die ihm selber nicht ganz geheuer war. Meine vier Regeln, kurzNie Geld schicken. Auf der Plattform schreiben. Vor dem Treffen ein Video-Gespräch. Das erste Treffen am Tag an einem belebten Ort, und jemandem Bescheid sagen. Wer sich daran hält, ist schon sehr gut geschützt. Mehr zu den Seiten, auf denen ich mich sicher gefühlt habe, steht in meiner Rangliste, und Tipps für das Treffen selber unter Erstes Date ab 50. Wer ab 60 sucht, findet auf Singlebörsen ab 60 noch einiges mehr. Fragen zum ThemaGibt es auf seriösen Singlebörsen gar keine Betrüger?Ganz ausschliessen kann das keine Seite. Durch Prüfung und Meldefunktion werden falsche Profile aber schnell entfernt. Ist jemand verdächtig, nur weil er im Ausland arbeitet?Nicht automatisch. Verdächtig wird es, wenn ein Treffen und ein Video-Gespräch nie möglich sind und irgendwann nach Geld gefragt wird. Was mache ich, wenn ich mich schäme?Reden Sie trotzdem mit jemandem. Mit den Kindern, einer Freundin, der Polizei. Schweigen hilft nur dem Betrüger.
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